Google Ads für Handwerker: wann es sich lohnt

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer
Google Ads lohnen sich dort, wo jemand mit Bedarf und Eile sucht: Notdienst, Rohrreinigung, kurzfristige Reparatur. Bei planbaren Aufträgen wie einer Badsanierung sind sie teuer, weil viele klicken und wenige beauftragen. Und sie funktionieren nur mit einer Zielseite, die zur Anzeige passt.
Anzeigen bei Google sind die Ergebnisse ganz oben, die als „Gesponsert“ gekennzeichnet sind. Du zahlst nicht dafür, dass sie angezeigt werden, sondern erst, wenn jemand klickt. Das klingt fair und ist es auch, nur bedeutet es eben auch, dass jeder Klick Geld kostet, egal ob daraus etwas wird.
Wie eine Anzeige entsteht
Vereinfacht läuft es so: Du legst fest, bei welchen Suchbegriffen du erscheinen willst, in welchem Umkreis, und wie viel dir ein Klick höchstens wert ist. Sucht jemand danach, entscheidet Google in dem Moment, wessen Anzeige oben steht. Das ist keine reine Preisfrage, die Qualität der Anzeige und der Zielseite zählen mit. Eine gute Zielseite senkt also den Preis, den du zahlst.
- Suchbegriffe: wonach jemand sucht, damit du erscheinst.
- Ausschlüsse: wonach jemand suchen darf, ohne dass du erscheinst. Genauso wichtig, dazu gleich mehr.
- Gebiet: dein Einzugsgebiet, nicht ganz Deutschland.
- Budget: ein Tagesdeckel, den du jederzeit ändern kannst.
- Zielseite: wohin der Klick führt.
Wofür sich Anzeigen eignen
Der Unterschied liegt in der Dringlichkeit. Wer nachts „Rohrreinigung Notdienst“ sucht, will jetzt jemanden. Er vergleicht nicht drei Angebote, er ruft den an, der oben steht und rangeht. Solche Suchen sind für Anzeigen gemacht.
Wer dagegen „Bad sanieren“ sucht, steht am Anfang einer Überlegung, die Monate dauert. Er klickt auf vier, fünf Ergebnisse, sammelt Eindrücke und meldet sich vielleicht bei einem. Jeder dieser Klicks kostet dich Geld. Das kann sich lohnen, aber nur, wenn die Seite dahinter gut genug ist, dass er sich an dich erinnert.
Faustregel: Je dringender die Suche, desto besser eignen sich Anzeigen. Je planbarer der Auftrag, desto wichtiger wird alles andere.
Woran die meisten Kampagnen scheitern
Fast nie an der Anzeige selbst. Meistens an einem von drei Punkten:
- Alle Klicks landen auf der Startseite. Wer nach „Fenster abdichten“ gesucht hat und dann eine allgemeine Betriebsvorstellung sieht, ist wieder weg. Die Anzeige muss auf die Seite führen, die genau das behandelt.
- Keine Ausschlüsse. Ohne sie zahlst du für „Elektriker Ausbildung“, „Elektriker Gehalt“ und „Elektriker Werkzeug“ mit. Das ist der schnellste Weg, ein Budget zu verbrennen.
- Niemand misst mit. Wenn du nicht weißt, welche Klicks zu Anrufen geführt haben, kannst du nicht entscheiden, was du abschaltest. Anrufe von der Anzeige lassen sich mitzählen, ohne diese Einrichtung fährst du blind.
Was es kostet
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und wer eine nennt, kennt dein Gewerk und deine Region nicht. Der Klickpreis hängt davon ab, wie viele Betriebe im selben Gebiet auf dieselben Begriffe bieten, in einer Großstadt ist er ein Vielfaches dessen, was er auf dem Land kostet.
Was du festlegst, ist das Monatsbudget, und das ist ein harter Deckel. Sinnvoll ist ein Zeitraum von zwei bis drei Monaten, bevor du beurteilst: Vorher sind die Zahlen zu klein, um etwas daraus zu lesen. Und rechne den Aufwand fürs Betreuen mit, eine Kampagne, die niemand ansieht, wird mit der Zeit teurer, nicht günstiger.
Die Alternative, an die selten jemand denkt
Bevor du für Klicks bezahlst, hol dir die kostenlosen. Ein vollständiger Google-Eintrag, echte Bewertungen und eine eigene Seite je Leistung bringen bei den meisten Handwerksbetrieben mehr als eine Anzeigenkampagne, und sie hören nicht auf zu wirken, wenn du aufhörst zu zahlen.
Anzeigen sind gut, um eine Lücke zu überbrücken: ein schwacher Monat, ein neues Gebiet, eine neue Leistung, die noch niemand mit dir verbindet. Als Dauerlösung sind sie teuer.
Häufige Fragen
Ich bekomme ständig Anrufe von Google. Ist das echt?
Meistens nicht Google selbst, sondern Vermittler. Google ruft nicht unaufgefordert an, um dir Sichtbarkeit zu verkaufen. Sei besonders vorsichtig, wenn jemand behauptet, dein Eintrag müsse „aktiviert“ oder „verlängert“ werden, das ist kostenlos und muss nie bezahlt werden.
Kann ich Anzeigen selbst schalten?
Grundsätzlich ja, die Einrichtung ist nicht schwer. Der Aufwand steckt im Nachjustieren: Ausschlüsse pflegen, schlechte Suchbegriffe rauswerfen, Anzeigen vergleichen. Wer das nicht regelmäßig macht, zahlt drauf, das gilt für den Betrieb genauso wie für eine Agentur, die es einmal einrichtet und nie wieder ansieht.
Was ist mit Anzeigen bei Facebook oder Instagram?
Anderer Mechanismus: Dort sucht niemand nach dir, sondern du unterbrichst jemanden beim Durchscrollen. Für Aufträge funktioniert das bei Handwerksleistungen selten gut, für Mitarbeitersuche dagegen oft erstaunlich gut, weil man dort genau die erreicht, die gar nicht aktiv suchen.
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