Mitarbeiter finden über die eigene Website

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer

Wer bei dir anfangen will, sieht sich vorher die Website an, auch wenn er die Stelle woanders gefunden hat. Was dort steht, entscheidet mit darüber, ob er sich meldet. Drei Angaben fehlen fast immer: Verdienst, Arbeitszeiten und wie weit gefahren wird.

In den meisten Gewerken ist die Suche nach Leuten inzwischen schwieriger als die Suche nach Aufträgen. Ein Punkt wird dabei regelmäßig übersehen: Die eigene Website ist bei fast jeder Bewerbung im Spiel, auch dann, wenn die Stelle über ein Portal oder über eine Empfehlung läuft.

Was tatsächlich passiert

Jemand sieht die Anzeige, findet sie interessant und gibt deinen Betriebsnamen bei Google ein. Er will wissen, wo er da landen würde: Wie sieht der Betrieb aus, wer arbeitet da, wie alt sind die Fahrzeuge, macht das einen ordentlichen Eindruck. Das dauert zwei Minuten, und danach steht die Entscheidung meistens.

Wenn die Website aussieht, als hätte sie seit 2016 niemand angefasst, überträgt sich dieser Eindruck auf den Betrieb. Das ist unfair, aber es ist so.

Die drei Angaben, die fehlen

Bewerber im Handwerk suchen konkrete Dinge, und sie stehen erstaunlich selten da.

  • Was verdient man. Kein exakter Betrag, aber eine Größenordnung. Anzeigen ohne jede Angabe werden häufig übergangen, weil das Ausbleiben der Zahl als Antwort gelesen wird.
  • Wie sind die Arbeitszeiten und wie weit wird gefahren. Montage über Nacht oder abends zu Hause, das ist für viele die eigentliche Entscheidung.
  • Wer ist der Chef und wie viele seid ihr. Ein Betrieb mit acht Leuten ist etwas anderes als einer mit achtzig, und beide haben ihre Anhänger.

Was auf eine Karriereseite gehört

Eine eigene Seite, nicht ein Absatz auf der Startseite. Sie wird gefunden, sie lässt sich verlinken, und sie kann so ausführlich sein, wie es nötig ist.

  • Die offenen Stellen einzeln, jede mit eigener Beschreibung. Sammelanzeigen wirken beliebig.
  • Fotos vom Team und von der Arbeit. Echte, keine Bildagentur. Bewerber erkennen den Unterschied sofort.
  • Was ihr bietet, konkret: Fahrzeug, Werkzeug, Weiterbildung, Arbeitskleidung, wie es mit Überstunden gehandhabt wird.
  • Ein einfacher Weg zur Bewerbung. Eine Nummer für WhatsApp oder ein kurzes Formular schlägt jedes Anschreiben mit Lebenslauf.

Die Hürde niedrig halten

Ein Geselle, der zufrieden im Job sitzt und nur mal schaut, schreibt kein Anschreiben. Er schreibt vielleicht eine Nachricht, wenn es zwei Klicks sind. Alles, was mehr verlangt, filtert genau die Leute weg, die du eigentlich willst, die nämlich, die nicht suchen müssen.

Bei den Betrieben, die wir betreuen, ist die Karriereseite oft die meistbesuchte Unterseite überhaupt. Das überrascht viele Inhaber, und es sagt etwas darüber, wo sich Aufwand lohnt.

Auch die Kundenseiten arbeiten mit

Ein Bewerber schaut sich an, was der Betrieb macht. Wenn dort ordentliche Projekte stehen, gut fotografiert und erklärt, ist das ein Argument, er sieht, an welchen Aufgaben er arbeiten würde. Eine Seite, die nur allgemein bleibt, gibt ihm dafür nichts.

Häufige Fragen

Muss ich ein Gehalt angeben?

Müssen nicht, aber es hilft messbar. Eine Spanne oder „nach Tarif plus Zulagen“ reicht oft schon. Wer gar nichts nennt, wird von einem Teil der Interessenten übergangen, weil sie das Fehlen als schlechtes Zeichen deuten.

Reicht nicht ein Stellenportal?

Portale bringen Reichweite, aber die Entscheidung fällt oft danach, beim Blick auf deine Seite. Beides zusammen wirkt, eins allein selten.

Was, wenn wir gerade nichts zu besetzen haben?

Dann lohnt sich trotzdem eine Seite, die zeigt, wie es bei euch ist, mit dem Hinweis auf Initiativbewerbungen. Gute Leute werden nicht dann frei, wenn du gerade suchst.

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