Muss eine Website gewartet werden?

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer

Ja. Eine Website ist kein Möbelstück, sondern eher wie ein Fahrzeug: Sie läuft, aber sie braucht Kontrolle. Ohne Pflege veralten drei Dinge gleichzeitig, die Technik wird angreifbar, die Rechtstexte stimmen nicht mehr, und die Inhalte zeigen einen Betrieb, den es so nicht mehr gibt.

Die Frage kommt meistens beim Angebot: Wieso läuft da noch etwas weiter, ich habe die Seite doch bezahlt? Berechtigt, und die Antwort hat drei Teile, die unterschiedlich dringend sind.

Erstens: die Technik

Jede Website steht auf Software, und Software bekommt Lücken. Bei Seiten mit Redaktionssystem, und das ist die Mehrheit im Handwerk, kommen laufend Aktualisierungen heraus, oft mehrere im Monat. Wer sie nicht einspielt, hat irgendwann eine Seite, in die man hineinkommt.

Das Ergebnis sieht man dann selten sofort. Typisch ist, dass die Seite plötzlich fremde Inhalte ausliefert oder Besucher weitergeleitet werden, und Google die Seite abstraft, bevor es jemandem im Betrieb auffällt. Das wieder geradezubiegen kostet ein Vielfaches der Pflege, die es verhindert hätte.

Die Frage ist nicht, ob es passiert, sondern wann es jemandem auffällt.

Zweitens: das Rechtliche

Impressum und Datenschutzerklärung sind keine Texte, die man einmal schreibt. Sie hängen daran, was auf der Seite tatsächlich läuft und was der Gesetzgeber verlangt, und beides ändert sich.

  • Rechtsform geändert, neuer Geschäftsführer, neue Adresse: Das Impressum wird falsch, und ein falsches Impressum ist abmahnfähig.
  • Neues Werkzeug eingebunden, eine Karte, ein Buchungsdienst, ein Bewertungsfeld: Die Datenschutzerklärung muss es nennen.
  • Neue Anforderungen: Seit 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Teile des Geschäftsverkehrs. Solche Änderungen kommen wieder.

Drittens: die Inhalte

Der Teil, den man am ehesten selbst merkt, und trotzdem am längsten liegen lässt. Der Mitarbeiter, der vor zwei Jahren gegangen ist, steht noch auf der Team-Seite. Die Leistung, die ihr nicht mehr anbietet, zieht weiter Anfragen. Die Nummer stimmt seit dem Anbieterwechsel nicht.

Einzeln sind das Kleinigkeiten. Zusammen ergeben sie den Eindruck, dass sich hier niemand kümmert, und genau das überträgt ein Kunde auf die Arbeit, die er beauftragen will.

Was tatsächlich anfällt

Weniger, als der Abschnitt oben vermuten lässt. Der laufende Aufwand ist klein, wenn er regelmäßig passiert:

  • Aktualisierungen einspielen und danach prüfen, ob noch alles funktioniert.
  • Sicherungen, die auch wirklich zurückgespielt werden können, eine ungetestete Sicherung ist keine.
  • Zweimal im Jahr durch die Seite gehen: Stimmt alles noch, sind Links tot, fehlt etwas.
  • Rechtstexte nachziehen, wenn sich im Betrieb oder in der Rechtslage etwas ändert.

Wann du das nicht brauchst

Ehrlicherweise: Nicht jede Seite braucht ein Betreuungspaket. Wenn du eine kleine, technisch einfache Seite hast, dich selbst darum kümmerst und daran denkst, kannst du das übernehmen. Es ist keine Zauberei, es ist Regelmäßigkeit.

Die ehrliche Frage ist nur: Wirst du es tun? Bei den meisten Betrieben, die wir übernehmen, war die Antwort nein, nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil zwischen Baustelle, Angeboten und Personal keine Zeit dafür bleibt. Dann ist es günstiger, das abzugeben, als es zweimal zu bezahlen.

Häufige Fragen

Kann eine Website einfach kaputtgehen, wenn niemand etwas macht?

Selten von allein, aber durch Änderungen drumherum: Der Anbieter stellt auf eine neue Serverversion um, ein Zusatzmodul wird nicht mehr weiterentwickelt, ein eingebundener Dienst wird abgeschaltet. Dann steht plötzlich etwas still, und niemand ist zuständig.

Wie merke ich, dass etwas nicht stimmt?

Meistens gar nicht, das ist das Problem. Deshalb gehört eine Überwachung dazu, die meldet, wenn die Seite nicht erreichbar ist. Und ein Blick auf die Seite alle paar Wochen, am besten vom Handy und im Mobilfunknetz.

Was passiert bei euch in der Betreuung?

Aktualisierungen, Sicherheit, Sicherungen und kleine Änderungen. Du rufst an, wir machen. Kein Ticketsystem. Jede Website, die wir gebaut haben und die online ist, läuft so.

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