Die Website aktuell halten: was wann

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer
Nach jedem Auftrag: zwei Fotos machen und nach einer Bewertung fragen. Alle paar Monate: einmal vom Handy durch die Seite gehen. Einmal im Jahr: Team, Leistungen und Rechtstexte prüfen. Mehr braucht es nicht, aber weniger reicht nicht.
Die meisten Websites verwahrlosen nicht, weil jemand faul ist, sondern weil nie festgelegt wurde, wer wann was macht. Deshalb hier ein Rhythmus, der sich zwischen Baustellen unterbringen lässt.
Nach jedem Auftrag: fünf Minuten
- Zwei bis drei Fotos: vorher, Zwischenstand, fertig. Handy reicht.
- Bei der Abnahme nach einer Bewertung fragen. Der, der die Arbeit gemacht hat, fragt. Dem sagt kaum jemand nein.
Das ist der wichtigste Punkt der ganzen Liste. Nach einem Jahr hast du damit Material für zwölf echte Projekte auf der Seite und einen Stapel frischer Bewertungen, beides bekommt man nachträglich nie wieder.
Alle zwei bis drei Monate: eine Viertelstunde
- Vom Handy durch die eigene Seite gehen, im Mobilfunknetz statt im WLAN. Lädt alles, ist alles lesbar, funktioniert die Telefonnummer?
- Kontaktformular einmal selbst abschicken. Kommt die Nachricht an? Das ist der Fehler, der am längsten unbemerkt bleibt und am meisten kostet.
- In den Google-Eintrag schauen: neue Bewertungen beantworten, neue Fragen prüfen.
- Ein, zwei neue Projektfotos einpflegen.
Das Kontaktformular selbst zu testen klingt übertrieben. Es ist der häufigste stille Ausfall, den wir bei Übernahmen finden, manchmal seit Monaten.
Einmal im Jahr: eine Stunde
- Team durchsehen: Stimmen die Personen noch? Fehlt jemand Neues?
- Leistungen durchsehen: Bietet ihr noch alles an? Ist etwas dazugekommen, das keine Seite hat?
- Impressum prüfen: Rechtsform, Vertretung, Register, Umsatzsteuer-ID.
- Datenschutzerklärung gegen die Seite halten: Ist etwas eingebunden, das dort nicht steht?
- Alle Links anklicken, auch die zu Kundenseiten. Betriebe geben auf oder ziehen um.
- Öffnungszeiten und Betriebsferien im Google-Eintrag.
Was nicht auf die Liste gehört
Ein Umbau der Seite alle zwei Jahre, weil sie nicht mehr modern wirkt. Das ist teuer und bringt selten mehr Anfragen. Eine Seite, deren Inhalte gepflegt sind, hält gestalterisch gut fünf Jahre, und was sie in dieser Zeit an Sichtbarkeit aufbaut, ist mehr wert als ein neues Aussehen.
Ebenfalls nicht nötig: ständig neue Texte, damit „Google etwas zu tun hat“. Das ist ein hartnäckiges Missverständnis. Was zählt, sind Seiten, die eine Frage beantworten, nicht Bewegung um der Bewegung willen.
Wer macht das
Die Fotos und die Bewertungen kann niemand von außen übernehmen, die entstehen auf der Baustelle. Alles andere lässt sich abgeben. Wichtig ist nur, dass es festgelegt ist: Eine Aufgabe, für die sich niemand zuständig fühlt, passiert nicht.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich neue Projekte einstellen?
Es gibt keine Pflichtzahl. Wer alle paar Wochen eines ergänzt, hat nach einem Jahr eine Seite, die spürbar anders wirkt als am Anfang. Wichtiger als die Menge ist, dass zu jedem Projekt zwei Sätze dabeistehen: was gefordert war und was daraus wurde.
Muss ich einen Blog schreiben?
Nein. Ein Blog, in dem seit einem Jahr nichts steht, schadet mehr als keiner. Wenn du schreiben willst, schreib lieber eine gute Seite zu einer Leistung, nach der Leute suchen, die wirkt dauerhaft.
Kann ich die Änderungen selbst machen?
Kommt darauf an, wie die Seite gebaut ist. Bei uns läuft es anders: Du rufst an oder schickst die Fotos, wir pflegen ein. Das ist für die meisten Betriebe schneller, als sich in ein System einzuarbeiten, das man dreimal im Jahr benutzt.
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