Warum finde ich meinen Betrieb nicht bei Google?

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer
Prüfe zuerst, ob Google deine Seite überhaupt kennt: Gib „site:“ gefolgt von deiner Adresse in die Suche ein. Kommt nichts, ist die Seite gar nicht im Index, ein technisches Problem. Kommen Ergebnisse, kennt Google dich, hält dich aber für weniger passend als andere. Das sind zwei verschiedene Baustellen.
Fast jeder Betrieb, der uns anruft, sagt denselben Satz: „Bei Google finde ich mich nicht.“ Und fast jedes Mal stellt sich im Gespräch heraus, dass mit dem Betriebsnamen alles in Ordnung ist, gesucht wurde nach etwas ganz anderem.
Erst klären: Wonach suchst du eigentlich?
Es gibt zwei Arten von Suche, und sie haben nichts miteinander zu tun. Die eine ist dein Name: „Elektro Meier Riesa“. Wer so sucht, kennt dich schon. Hier musst du auf Platz eins stehen, und wenn nicht, ist etwas grundsätzlich kaputt.
Die andere ist die Leistung: „Elektriker Riesa“, „Zählerschrank tauschen“, „Notdienst Elektrik Nacht“. Wer so sucht, kennt dich nicht, und genau das sind die neuen Kunden. Hier stehst du im Wettbewerb mit allen anderen im Umkreis, und hier entscheidet sich, ob deine Seite etwas bringt.
Wenn du dich unter deinem Betriebsnamen findest, aber nicht unter deiner Leistung, dann ist das kein Google-Problem. Dann fehlen dir Seiten zu deinen Leistungen.
Der Fünf-Minuten-Test
- Gib in die Google-Suche ein: site:deine-adresse.de. Es sollten alle deine Seiten aufgelistet werden. Kommt gar nichts, kennt Google die Seite nicht.
- Such nach deinem Betriebsnamen. Du musst auf Platz eins stehen, mit Karteneintrag rechts oder oben.
- Such nach deiner wichtigsten Leistung plus Ort. Schau nach, wer über dir steht, und sieh dir deren Seiten an.
- Mach dasselbe auf dem Handy. Die Ergebnisse unterscheiden sich, und deine Kunden sind mehrheitlich dort.
Wenn Google die Seite gar nicht kennt
Das ist selten, aber es kommt vor, und dann ist es meist eine Kleinigkeit mit großer Wirkung. Manchmal steht die Seite noch auf „nicht indexieren“, weil das beim Bauen so eingestellt war und niemand es zurückgestellt hat. Manchmal fehlt die Sitemap. Manchmal ist die Seite so gebaut, dass Inhalte erst nachladen und Suchmaschinen eine leere Seite sehen.
Der Weg dahin führt über die Google Search Console. Sie ist kostenlos, und sie sagt dir schwarz auf weiß, welche Seiten Google kennt und welche nicht. Wenn du eine Website hast und dieses Werkzeug nicht eingerichtet ist, ist das der erste Schritt.
Wenn Google dich kennt, aber andere vorzieht
Der Normalfall. Google entscheidet bei jeder Suche neu, welche Seite am besten passt. Drei Dinge geben dabei den Ausschlag, und alle drei kannst du beeinflussen.
Erstens: Gibt es zu dieser Frage überhaupt eine Seite bei dir? Wer nach „Zählerschrank tauschen“ sucht und bei dir nur eine Startseite findet, auf der „Elektroinstallation“ als eines von zwölf Stichworten steht, hat nichts gefunden. Eine eigene Seite je Leistung ist der größte Hebel, den es hier gibt.
Zweitens: Steht der Ort im Text? Nicht nur in der Fußzeile, sondern dort, wo es um die Arbeit geht. „Wir arbeiten in Riesa, Meißen, Großenhain und im Umkreis von vierzig Kilometern“ ist ein Satz, der genau das leistet, und er ist wahr, also kostet er nichts.
Drittens: Gibt es einen Eintrag bei Google mit derselben Adresse und derselben Nummer wie auf der Seite? Für lokale Suchen ist dieser Eintrag oft wichtiger als die Website selbst.
Der Fehler, der am meisten kostet
Doppelte Einträge. Ein alter Karteneintrag von der früheren Adresse, dazu einer von der neuen, und Google weiß nicht, welcher gilt. Beide werden schwächer. Das passiert häufiger, als man denkt, gerade nach einem Umzug oder wenn früher jemand anders den Eintrag angelegt hat.
Das lässt sich beheben: Der alte Eintrag wird als dauerhaft geschlossen gemeldet oder mit dem neuen zusammengeführt. Es dauert ein paar Wochen, und es ist eine der wenigen Maßnahmen, die sofort und deutlich wirken.
Die Reihenfolge, in der es sich lohnt
- Karteneintrag prüfen: einer, vollständig, mit derselben Schreibweise wie auf der Website.
- Search Console einrichten und nachsehen, was Google von dir kennt.
- Eine eigene Seite für jede wichtige Leistung.
- Ort und Einzugsgebiet in die Texte.
- Erst dann über alles Weitere nachdenken.
Und eine Erwartung noch: Das dauert. Wer heute etwas ändert, sieht in zwei bis vier Monaten, ob es wirkt. Jeder, der dir schnelle Sprünge verspricht, verkauft dir etwas.
Häufige Fragen
Kann man sich bei Google einkaufen?
In die Anzeigen ja, in die normalen Ergebnisse nein. Anzeigen sind gekennzeichnet und kosten pro Klick, das kann sinnvoll sein, um kurzfristig sichtbar zu sein. Die Plätze darunter sind nicht käuflich, auch wenn manche Anrufe das behaupten.
Ich bekomme Anrufe, die mir Platz eins versprechen. Seriös?
Nein. Niemand kann einen Platz bei Google garantieren, weil niemand außer Google die Reihenfolge bestimmt. Seriöse Anbieter reden über Maßnahmen und Zeiträume, nicht über garantierte Plätze.
Wie lange dauert es, bis sich etwas tut?
Beim Karteneintrag oft wenige Wochen. Bei neuen Seiten zwei bis vier Monate, bis sie sich eingependelt haben. Bei umkämpften Suchbegriffen länger. Wer nach vier Wochen aufgibt, hat zu früh aufgegeben.
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