Was kostet eine Website für Handwerker?

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer
Eine seriöse Zahl kann dir niemand nennen, der deinen Betrieb nicht kennt. Der Preis hängt an fünf Dingen: dem Umfang, den Texten, den Bildern, der Technik und daran, was nach dem Livegang passiert. Wer dir vorher eine Zahl sagt, rät oder rechnet später nach.
Die Frage ist berechtigt, und sie wird selten ehrlich beantwortet. Auf der einen Seite stehen Baukästen mit „ab 12 Euro im Monat“, auf der anderen Agenturen, die erst nach dem dritten Termin über Geld reden. Beides hilft dir nicht, wenn du gerade auf der Baustelle stehst und wissen willst, ob sich das lohnt.
Wir nennen auf dieser Seite bewusst keine Zahl. Nicht, weil wir sie verstecken wollen, sondern weil jede Zahl ohne deinen Betrieb dahinter erfunden wäre. Was wir stattdessen tun: aufschreiben, woran der Preis hängt. Damit kannst du jedes Angebot lesen, das dir jemand vorlegt, auch unseres.
Der Umfang: wie viele Seiten es wirklich sind
Der größte Hebel. Eine Seite mit Startseite, Leistungen, Über uns und Kontakt ist etwas anderes als eine mit einer eigenen Seite für jede Leistung. Ein Betrieb, den wir betreuen, hat vierzehn Leistungsseiten, für jede Dacharbeit eine. Das ist kein Selbstzweck: Wer nach „Flachdach abdichten“ sucht, soll auf einer Seite über Flachdächer landen, nicht auf einer Startseite, die alles ein bisschen nennt.
Diese Rechnung geht aber nur auf, wenn hinter jeder Seite auch Inhalt steckt. Zehn Seiten mit je drei Sätzen sind schlechter als vier gute. Frag deshalb nicht „wie viele Seiten“, sondern „welche Seiten und warum diese“.
Die Texte: wer schreibt sie
Der Punkt, an dem die meisten Projekte hängen bleiben. Viele Angebote setzen voraus, dass du die Texte lieferst. Das steht dann klein im Angebot, und drei Monate später ist die Seite immer noch nicht online, weil abends nach zehn Stunden auf dem Bau niemand Lust hat, über sich selbst zu schreiben.
Prüfe in jedem Angebot, ob die Texte drin sind. Wenn nicht, ist der Preis nicht der Preis, er ist der Preis plus deine Abende.
Die Bilder: das unterschätzte Thema
Eigene Fotos sind der größte sichtbare Unterschied zwischen einer Seite, die nach deinem Betrieb aussieht, und einer, die nach Katalog aussieht. Wer Bildmaterial hat, spart Geld. Wer keines hat, braucht eine Fotosession, und die läuft meist über einen Fotografen, nicht über die Agentur. Wir fotografieren zum Beispiel nicht; die besten Aufnahmen macht ohnehin der, der weiß, worauf es bei der Arbeit ankam.
Was auch zählt: die Größe der Bilder. Ein Foto, das mit 400 Pixeln Breite geliefert wird, lässt sich auf einer modernen Seite nicht groß zeigen, ohne dass es unscharf wirkt. Das begrenzt die Gestaltung, und es fällt oft erst auf, wenn die Seite schon steht.
Die Technik: was unter der Oberfläche läuft
Hier entscheidet sich, ob die Seite in drei Jahren noch läuft. Braucht sie ein Redaktionssystem, das du selbst bedienst? Muss sie mit einem Terminkalender sprechen? Gibt es Formulare, die Daten entgegennehmen? Dann gehört Datenschutz dazu, nicht als Textbaustein, sondern als Frage, wohin die Daten gehen.
- Redaktionssystem ja oder nein, und wer es später pflegt
- Formulare: wohin gehen die Daten, wer bekommt sie
- Terminbuchung: eigener Kalender oder Fremddienst
- Barrierefreiheit: seit 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für Teile des Geschäftsverkehrs
Was nach dem Livegang passiert
Der Posten, der in fast jedem Vergleich fehlt. Eine Website ist kein Möbelstück, das man einmal aufstellt. Es kommen Aktualisierungen, Sicherheitsfragen, neue Telefonnummern, ein neuer Mitarbeiter im Team. Wenn dafür niemand zuständig ist, verwahrlost die Seite, und der günstigere Anbieter wird nachträglich zum teureren.
Bei uns läuft das so: Jede Website, die wir gebaut haben und die online ist, betreuen wir weiter. Du rufst an, wir machen. Frag bei jedem Angebot nach, was hier drinsteht, und was es kostet, wenn du nach einem Jahr etwas geändert haben willst.
Warum eine Spanne im Angebot ein Warnzeichen ist
„Zwischen 3.000 und 8.000 Euro“ heißt übersetzt: Wir wissen noch nicht, was wir bauen. Das ist am Anfang eines Gesprächs in Ordnung, in einem Angebot nicht. Nach einem Gespräch, in dem geklärt wurde, welche Seiten es gibt, wer die Texte schreibt und was mit den Bildern passiert, muss eine feste Zahl möglich sein. Wir machen es so: Im Erstgespräch bekommst du eine feste Zahl, keine Spanne, und die gilt.
Die Gegenrechnung
Rechne einmal nach, was ein einziger Auftrag bei dir einbringt. Bei den meisten Betrieben, die wir betreuen, liegt der Wert einer Website ungefähr im Bereich von ein bis drei durchschnittlichen Aufträgen. Wenn die Seite im ersten Jahr zwei Aufträge bringt, die es sonst nicht gegeben hätte, ist sie bezahlt. Wenn sie keinen bringt, war sie zu teuer, egal, was auf der Rechnung stand.
Häufige Fragen
Warum nennt ihr keinen Preis auf der Website?
Weil er ohne deinen Betrieb erfunden wäre. Wir wissen vor dem Gespräch nicht, wie viele Leistungen du hast, ob Bilder da sind und ob du ein Redaktionssystem brauchst. Im Erstgespräch bekommst du eine feste Zahl. 60 Minuten, online, kostet nichts.
Gibt es laufende Kosten?
Ja, bei jedem Anbieter. Eine Website braucht einen Platz im Netz und eine Adresse, und beides läuft weiter. Dazu kommt die Betreuung, wenn du sie willst. Wichtig ist, dass diese Posten im Angebot stehen und nicht erst auf der zweiten Rechnung auftauchen.
Kann ich später erweitern?
Ja. Viele Betriebe fangen mit einer kompakten Seite an und bauen aus, wenn eine neue Leistung dazukommt oder Bilder nachkommen. Das ist oft der bessere Weg als eine große Seite, die halb leer bleibt.
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