Website selber machen: Baukasten, KI oder Agentur?

Von Sebastian Berndt, Geschäftsführer

Ja, selber machen geht, und für manche Betriebe ist es der richtige Weg. Baukästen und KI-Generatoren liefern in einem Nachmittag eine ansehnliche Seite. Sie scheitern an dem, was danach kommt: an den Texten über deinen Betrieb, an der Sichtbarkeit bei Google und daran, dass niemand die Seite pflegt.

Wir sind eine Agentur, also ist klar, in welche Richtung diese Antwort gehen könnte. Deshalb vorweg: Wenn du gerade anfängst, kaum Aufträge hast und jeden Euro drehst, dann bau die erste Seite selbst. Eine selbstgebaute Seite ist besser als keine, und sie ist um Längen besser als eine teure, für die das Geld an anderer Stelle fehlt.

Interessant wird die Frage bei Betrieben, die laufen. Da ist die Rechnung eine andere, und sie geht selten so aus, wie der Preisvergleich vermuten lässt.

Was Baukästen wirklich können

Baukästen können mehr, als viele Agenturen zugeben. Die Vorlagen sind seit Jahren ordentlich, sie funktionieren auf dem Handy, und die Bedienung ist so weit gereift, dass man ohne Vorkenntnisse zu einem Ergebnis kommt. Für eine Seite mit fünf Unterseiten, einem Kontaktformular und ein paar Bildern reicht das aus.

Was sie nicht können: dir sagen, was auf die Seite gehört. Der Baukasten liefert das Gefäß, nicht den Inhalt. Und der Inhalt ist der Teil, an dem sich entscheidet, ob jemand anruft.

Und die KI-Generatoren?

Die haben in den letzten zwei Jahren einen großen Sprung gemacht. Du gibst ein, dass du Malerbetrieb in Cottbus bist, und bekommst nach einer Minute eine vollständige Seite mit Texten, Struktur und Bildern. Das Ergebnis sieht auf den ersten Blick professionell aus, und genau das ist das Problem.

Diese Texte sind austauschbar. Sie beschreiben einen Malerbetrieb, nicht deinen. Es steht nichts darin, was ein Kunde nicht auch beim Wettbewerber liest: „Qualität“, „Zuverlässigkeit“, „Ihr Partner rund um“. Wenn drei Betriebe im Umkreis dieselbe Software benutzen, stehen dreimal fast dieselben Sätze im Netz. Für Suchmaschinen ist das ein bekanntes Muster, und für den Kunden, der vergleicht, gibt es keinen Grund, sich für einen zu entscheiden.

Die Bilder sind der zweite Haken: KI-Generatoren setzen oft erfundene Bilder ein. Ein Handwerker, den es nicht gibt, auf einer Baustelle, die es nicht gibt. Das fällt auf, und es kostet genau das Vertrauen, wegen dessen die Seite gebaut wurde.

Was beim Selberbauen tatsächlich schiefgeht

Am Aussehen scheitert es selten. Wir sehen selbstgebaute Seiten, die ordentlich aussehen. Was regelmäßig fehlt, ist etwas anderes:

  • Die Seite ist bei Google nicht auffindbar, weil sie nur eine einzige Seite hat und darauf jedes Thema einmal vorkommt.
  • Es gibt keine eigene Seite je Leistung, also rankt keine davon.
  • Der Ort steht nur in der Fußzeile, nicht im Text. Für die lokale Suche ist er damit fast wertlos.
  • Die Rechtstexte sind zusammenkopiert. Das Impressum ist unvollständig, die Datenschutzerklärung nennt Dienste, die gar nicht eingebunden sind, oder sie verschweigt welche, die es sind.
  • Nach anderthalb Jahren steht noch der Mitarbeiter drauf, der längst gegangen ist.

Der letzte Punkt ist der häufigste. Nicht der Bau ist das Problem, sondern die Pflege. Eine Website ist keine Anschaffung, sie ist ein laufendes Ding, wie der Transporter, der auch nicht einmal gekauft und dann vergessen wird.

Die Rechnung, die wirklich zählt

Rechne nicht Preis gegen Preis, sondern Preis gegen deine Stunden. Eine Seite selbst zu bauen kostet realistisch zwischen zwanzig und vierzig Stunden. Einarbeitung, Texte, Bilder sortieren, alles dreimal umbauen. Setz deinen eigenen Stundensatz an, und der Preisunterschied schrumpft schnell.

Und danach: Setzt du dich alle drei Monate hin und pflegst? Ehrlich? Bei den meisten Betrieben ist die Antwort nein, und das ist kein Vorwurf, es ist einfach nicht die Arbeit, für die man morgens aufsteht.

Wann was passt

  • Selber machen: Du fängst an, das Budget ist knapp, du hast Zeit und Lust, dich einzuarbeiten. Nimm einen Baukasten, schreib die Texte selbst, deine eigenen Worte sind besser als jeder Generator.
  • KI als Hilfe, nicht als Ersatz: Lass dir eine Struktur vorschlagen und schreib die Texte dann in deiner Sprache um. Erfundene Bilder raus, eigene rein.
  • Agentur: Der Betrieb läuft, deine Zeit ist wertvoller als der Preisunterschied, und du willst, dass sich jemand dauerhaft kümmert.

Was in allen drei Fällen gilt: Die Seite muss deinen Betrieb zeigen, nicht einen beliebigen. Eigene Fotos, eigene Sätze, echte Projekte. Das ist der Teil, den weder ein Baukasten noch ein Generator für dich erledigt.

Häufige Fragen

Kann ich eine KI-Seite später von euch überarbeiten lassen?

Ja, und das kommt regelmäßig vor. Meistens bleibt die Struktur als Ausgangspunkt und die Texte werden neu geschrieben. Manchmal ist ein Neubau günstiger als der Umbau, das sagen wir dir im Erstgespräch ehrlich.

Merkt Google, ob ein Text von einer KI kommt?

Die Frage ist nicht ganz die richtige. Google bewertet nicht, womit ein Text geschrieben wurde, sondern ob er jemandem nützt. Ein KI-Text, der austauschbar ist, wird schlecht gefunden, nicht weil er von einer KI stammt, sondern weil er nichts sagt, was nicht anderswo schon steht.

Was ist mit den ganz günstigen Angeboten für 29 Euro im Monat?

Sieh nach, wem die Seite gehört und was passiert, wenn du kündigst. Bei manchen Anbietern nimmst du beim Wechsel weder die Seite noch die Texte mit. Und prüfe, ob deine Domain auf dich läuft oder auf den Anbieter. Das ist der Punkt, an dem ein Wechsel richtig unangenehm wird.

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